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Angedacht - zum Nach-Denken

Gedanken zu Tod und Ewigkeit

„Mit dem Tod ist alles aus!“ - Vor dem Gesetz enden mit dem Tod fast alle Rechte eines Menschen. Nicht allein in der Rechtsprechung, auch für eine wachsende Zahl von Mitbürgern wird dieser „Glaube“ immer mehr zur „Wahrheit“. Natürlich verkennen auch die monotheistischen Religionen nicht den Unterschied zwischen einem auf Erden-Lebenden und einem Verstorbenen. Sie wissen, dass der Körper vergeht, er wieder zu „Erde“ wird. Aber sie haben einen „weiteren Horizont“: Sie glauben an eine „weiter-gehende“ Existenz, an ein Leben im „Reich Gottes“ oder „Himmel“, wie Christen es nennen. Sie erwarten Gemeinschaft mit ihrem Schöpfer, der auf sie zugekommen, unter ihnen gewirkt und gelehrt hat, der sich ihrer Sorgen angenommen hat, ja, der für sie mit seinem Leben eingetreten ist.

Sie empfinden seine Begleitung und Wirken an und unter ihnen. Sie glauben zudem an ein Miteinander mit denen, die ihnen „vorausgegangen“ sind und folgen werden. Dieses Dasein, das unser Denken sprengt, wird von dem Wanderprediger aus Galiläa und seinen Zeugen oft in Bildern angedeutet: Als ein Reich, in dem „wir Bürgerrecht haben“; als „eine heilige Stadt“, in der „der Tod nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz mehr sein wird“; als ein „Haus, in dem wir bleiben werden immerdar“, als „Wohnung“, die Er für uns bereitet hat; als ein Zuhause, in der Er „abwischen wird alle Tränen von ihren Augen“, als Heimat, in der wir uns wohl fühlen und geborgen sind. Eine Illusion, ein frommer Traum? – Mag sein. Ich denke, wir können dieses „Unfassbare“ nur glauben, wenn wir einmal das Gefühl hatten, dass diese Macht existiert und in unserem Leben spürbar wurde. Wenn wir glauben, dass es den gibt, dem wir wert sind. Dieser Gott hat uns nicht als Marionetten, sondern als „sein Gegenüber“ geschaffen, dem er die Hand zum Geleit anbietet. Wenn wir dieses Vertrauen vermittelt bekamen und angenommen haben, auch dass Sein Wort wahr ist, dann vermögen wir seine Verheißung des „Ewige Lebens“ für uns, ernst zu nehmen. Für mich eine „wunderbare“ Aussicht, die mich „im Jetzt“ sorgenfreier leben lässt, ja angstfreier werden lässt, besonders im Denken an Sterben und Tod anderer und meiner selbst. In „Seinen-Diensten-an-uns“, in den „Gottes-Diensten“ am Ewigkeitssonntag feiern Christen jedes Jahr neu diese großartige Perspektive, diese „gute Zukunft“ für uns und alle Welt.

Michael Köhl, Pfarrer

 

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