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Wir alle sind „Meisterstücke“

Predigt Einführung Presbyterium

 

Liebe Gemeinde,

 

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Aber

Meisterstücke des Himmels landen auf der Erde.

Pro Sekunde 2

Genial

Gottgewollt

Geliebt vom ersten Moment an von ganz oben

Gebildet im Mutterleib

Ausgestattet mit tausend Begabungen

MEISTERSTÜCKE GOTTES

 

Und jeder von uns ist eines davon.

 

Das geht runter wie Öl,

ist Musik in meinen Ohren.

Da wird mir warm ums Herz.

Gute, wohltuende Worte.

Bunt und lebendig fühlen sie sich an.

So wie Liebe und Geborgenheit, Zusammenhalt, Hoffnung….

 

Aber wer nimmt heute noch solche Worte in den Mund?

 

In aller Munde sind ganz andere. Solche, die sich wie kalter Nebel in unseren Herzen breit machen:

Corona-Pandemie, Wirtschaftskrise, Klimawandel, Krise allgemein, ganz neu: Sturm des Capitols, ganz nah: Tragödie in Maudach

 

Und das alles nicht nur Worte, sondern erlebte Einsamkeit, Überforderung, Ohnmacht, Erschütterung, Angst…

 

Und so vieles davon: Menschen gemacht.

Von den angeblichen Meisterstücken Gottes.

Wer´s glaubt wird selig…

 

Nein, der IST schon selig, sagt Paulus…

Weil ihm ganz viel zufällt vom Himmel, weil ihr viel anvertraut und zugetraut wird von Gott.

Weil so vieles schon angelegt ist, dass einfach nur ins Leben geholt werden möchte:

Es klingt schön, und ganz einfach, und wieder hell und bunt und froh:

„Wir sind ganz und gar Gottes Werk. Durch Jesus Christus hat er uns so geschaffen, dass wir nun Gutes tun können. Er hat sogar unsere guten Taten im Voraus geschaffen, damit sie nun in unserem Leben Wirklichkeit werden, damit wir in ihnen leben.“

 

Ein neues, ein fremdes Bild:

Wir sind Gottes Werk. Und sogar von Gott durch Jesus schon mit guten Taten im Voraus ausgestattet, die in uns leben, in uns umhergehen, die schon da sind.

Als Meisterstück sind wir vom Himmel gefallen mit lebenden guten Taten in Kopf und Bauch und Herz. Die quasi nur noch aus herauspurzeln müssen.

Klingt so einfach.

 

Schön wär´s…

Und ein gutes Mittel gegen die kalten Nebelgefühle….

 

Warum, liebe Gemeinde,

seid ihr heute morgen hier?

In dieser eiskalten Kirche? Wo doch so viele sagen, dass das unvernünftig ist.

 

Was um Gottes Willen hat euch dazu veranlasst euch wählen zu lassen als Presbyterinnen und Presbyter? Als solche jahrelang Verantwortung zu tragen, Gemeinde zu leiten?

Warum seid ihr bereit die BÜRDE eines solchen Amtes zu tragen?

Ihr, die wir heute aus dem Amt entlassen: Wie habt ihr die sechs Jahre durchgestanden?

Und ihr anderen: Warum arbeitet ihr mit in der Gemeinde, seid da, wo, helft, tut, leitet, singt, warum?

Warum kommt ihr und betet und hört?

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Weil es nicht nur schön wäre, sondern schön ist:

Weil sie da und immer mal wieder zu spüren sind und die dunklen und kalten Gefühle vertreiben:

Liebe und Nächstenliebe, Geborgenheit, Zusammenhalt, Hoffnung….

Weil wir darauf vertrauen, dass all das sich breit macht in uns und um uns herum.

Dass Gott uns damit ausstattet und ermutigt und uns beisteht.

Immer wieder.

Und weil wir möchten, dass das auch andere sehen und hören:

Dass wir nicht klein beigeben, es nicht zulassen, dass Krise und Krieg und Menschenverachtung und Einsamkeit die Oberhand gewinnen.

Weil wir glauben, dass Gott, Meisterschöpfer und Schöpferkraft, unser Leben und die Welt in Händen hält.

 

Wir sind ganz und gar Gottes Werk. Durch Jesus Christus hat er uns so geschaffen, dass wir nun Gutes tun können. Er hat sogar unsere guten Taten im Voraus geschaffen, damit sie nun in unserem Leben Wirklichkeit werden, damit wir in ihnen leben.

 

Dies könnte die Überschrift werden für die sechs Jahre, in denen wir miteinander diese Gemeinde leiten werden.

Wir werden gemeinsam Verantwortung tragen für die Verkündigung des Evangeliums in Wort und Sakrament, die Seelsorge, die christliche Unterweisung, die Diakonie und Mission sowie für die Einhaltung der kirchlichen Ordnung.“ Darauf werdet ihr nachher verpflichtet.

Gewichtige Worte, ja, viel mehr als das: Aufgaben- und Arbeitsbereiche mit der Frage, wie sie mit Leben gefüllt und hier umgesetzt werden können.

Dies zu entscheiden werden wir viele Worte brauchen, hoffentlich wenige verlieren oder uns an den Kopf werfen, lieber abwägen und bedenken.

Hilfreich wird sein, wenn wir als Meisterstücke Gottes die großen, leuchtenden, wärmenden Worte als Grundwortschatz und Grundgefühl mitnehmen:

Liebe und Nächstenliebe, Geborgenheit, Zusammenhalt, Hoffnung….

Und dass wir andere wiederbeleben und entstauben und sie in den aktiven Wortschatz nehmen:

Umsichtigkeit, Wahrhaftigkeit, Achtsamkeit, Barmherzigkeit.

Barmherzigkeit ist das Wort, das durch die Jahreslosung in unseren Blick gerückt ist.

Seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist.

Barmherzigkeit ist ein Wort, das im Alltag nicht vorkommt, vielleicht, weil es zu groß dafür ist?

Es ist ein Gefühl, für das wir normalerweise andere Worte verwenden:

Uneigennützigkeit

Hilfsbereitschaft

Behutsamkeit

Einfühlsam sein und sensibel

Weitherzigkeit…

Daran merkt man wie groß Barmherzigkeit ist…. So viele Worte passen da hinein.

Und es sind ja nicht nur Worte, sondern Teten, oder Worte in die Tat umgesetzt…

Barmherzig ist,

….ein schiefes Bäumchen stehen zu lassen.

… einer zuzuhören, die wie immer nicht zum Ende kommt.

…..auf das Beurteilen und Verurteilen anderer zu verzichten

…nicht nachtreten, wenn man schon gewonnen hat.

…etwas über das erwartete Hinaus geben

… wenn Gnade vor Recht ergeht

…. Wir haben das ganze Jahr Zeit uns zu überlegen, was es heißt, dass das Herz sich erbarmt und barmherzig mit sich und den anderen ist.

Barmherziges Handeln ist der Herzschlag Gottes auf Erden.

Bei diesem Satz wird mir warm ums Herz.

Vielleicht, weil Barmherzigkeit uns spüren lässt, was es heißt Ebenbild Gottes zu sein.

Weil wir dadurch zu Herzen nehmen können, dass wir direkt vom Himmel gefallen sind, Gott gewollt und geliebt, und weil wir einfach nur tun müssen, was an guten Taten schon in uns geschaffen ist und lebt.

 

Wirkmächtiges Geschenk Gottes. Amen.

 

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